Schulische Begleitung

Konzept bzw. Hilfen für die Zusammenarbeit mit schulischer Begleitung

Einleitung

Schulbegleitung kann eine gute Investition in die Zukunft aller Schülerinnen und Schüler sein. Denn eine inklusive Schule stellt nicht nur für Kinder und Jugendliche mit Behinderung und sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf die nötige individuelle Hilfe bereit. Sie besitzt die Möglichkeit, ebenso die schulische Situation z. B. sozial benachteiligter Schülerinnen und Schülern zu verbessern und kann somit die sozialen Kompetenzen aller Beteiligten stärken (siehe freie Wohlfahrtspflege NRW „Schulbegleitung – ein wichtiger Baustein zum inklusiven Unterricht März 2014).

Schulbegleitung richtet sich an:

… Kinder und Jugendliche, die aufgrund ihrer Behinderung zur Erfüllung der Schulpflicht und zur Integration in den Klassenverband und in die Schulgemeinschaft auf unmittelbare, individuelle Unterstützung angewiesen sind.

Hierzu gehören u. a. Schülerinnen und Schüler:

  • mit herausforderndem Verhalten
  • mit besonderen Kommunikationsbedürfnissen
  • mit Bedarf an pflegerischen, medizinischen und therapeutischen Hilfen
  • die sich selbst oder andere gefährden

Schulbegleitung kann beantragt werden auf der Grundlage folgender Gesetzgebungen:

  • 54 SGB XII (körperliche oder geistige Behinderung)
  • 35a SGB VII (z.B. Autismus/ ADHS)
  • 37 Abs. 2 Sozialgesetzbuch V (Anspruch auf Behandlungspflege)
  • 48 SchwbG (Nachteilsausgleich)

→ Entscheidend für Quantität, Dauer und Qualität der Unterstützung ist immer der individuelle Bedarf der Schülerin / des Schülers in Verbindung mit der schulischen Situation.

 

Aufgaben der Schulbegleitung

Grundlegende Ziele:

  • Ermöglichung/Erleichterung des Besuchs der Franz-Joseph-Koch-Schule und der Teilnahme am regulären Schulleben
  • Gewährleistung einer angemessenen Schulbildung gemäß des Bildungsganges
  • Ermöglichung der Teilnahme an schulischen Aktivitäten (z.B. Klassenfahrten, Sportfeste…)
  • Unterstützung der zunehmenden Selbstorganisation und Eigenständigkeit der Schülerin oder des Schülers

→ Schulbegleitung unterstützt Lehrkräfte, Mitschülerinnen und Mitschüler und Eltern dabei, die schulische Integration zu verwirklichen.

Die Lehrpersonen tragen die Gesamtverantwortung für das schulische Lernen der Schülerinnen und Schüler unter Berücksichtigung der Lehrpläne und der individuellen Förderpläne.

Aufgaben der sozialen Integration:  

  • Erweiterung der Sozialkompetenz
  • Unterstützung der Kontaktaufnahme zu Mitschülerinnen und Mitschülern
  • Kommunikation mit verschiedenen Hilfsmitteln
  • Entwicklung und Festigung von Regelverständnis und Regelakzeptanz
  • Sensibilisierung der Eigen- und Fremdwahrnehmung

Aufgaben im lebenspraktischen Bereich: 

  • Orientierung im Alltag (z.B. Gang zur Toilette, Begleitung auf Schulwegen …)
  • Unterstützung beim Wechseln der Kleidung
  • Hilfen bei der Nahrungsaufnahme
  • pflegerische und medizinische Versorgungstätigkeiten

Aufgaben der psychischen Stabilisierung: 

  • Vermittlung von Sicherheit durch Präsenz
  • Anleitung zur Deeskalation
  • Vermeidung von Stress und Vermittlung von Strategien zur Stressbewältigung
  • Erkennen, Umleiten und Abbauen von Zwängen/Ängsten

Unterrichtsspezifische Aufgaben:

  • Strukturierung des Arbeitsplatzes und der Unterrichtsmaterialien
  • im Bedarfsfall Angebot reizarmer Räumlichkeiten, Rückzugsmöglichkeiten (Auszeiten)
  • Einsatz von Kommunikationsmitteln (Talker, Symboltafeln etc.)
  • Hilfen zur Konzentration und Aufmerksamkeit
  • Beachtung individueller Lerntempi mit angemessenen Ruhepausen
  • Unterstützung bei der Aneignung der Lerninhalte
  • Strukturierung des Schulalltags

Unterstützung des Systems Schule:

  • SchulbegleiterInnen informieren nach Bedarf über die Behinderung des Schülers/ der Schülerin und den angemessenen Umgang
  • Nach Absprache mit der Schule sind sie im Kontakt mit den Erziehungsberechtigten sowie den begleitenden Therapeutinnen und Therapeuten.

 Fachliche Voraussetzungen an die Schulbegleitung:

  • Die Schulbegleitung wird von einem Trägerverein gestellt. Sie verfügt nicht zwangsläufig über eine pädagogische Grundausbildung, auch wenn dies oftmals nötig ist.
  • Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass eine enge Kooperation zwischen Lehrkraft und Schulbegleitung besteht.
  • Im individuellen Einzelfall ist der Einsatz von Fachkräften nötig.
  • Die Weiter- und Fortbildung der Schulbegleitung im pädagogischen Bereich ist selbstverständlich gern gesehen und wichtig. Zum Teil werden Weiter- und Fortbildungen auch vom jeweiligen Träger angeboten.

Antragsverfahren

Antragsteller sind in der Regel die Sorgeberechtigten.

Antragstellung an den zuständigen Kostenträger:

  • örtliches Jugendamt
  • oder Kreis

Die Sorgeberechtigten können sich dann an einen entsprechenden Verein oder Verband wenden, der Schulbegleitungen beschäftigt und vermittelt.

(siehe Handreichung „Schulbegleitung“ (Stand Mai 2006); Verband Sonderpädagogik e.V.; freie Wohlfahrtspflege NRW „Schulbegleitung – ein wichtiger Baustein zum inklusiven Unterricht März 2014)